Am häufigsten erleben Frauen Gewalt in den eigenen vier Wänden. Männer jeden Alters, jeder gesellschaftlichen Schicht, jeden Bildungsstands, ob mit ihrer Partnerin verheiratet oder nicht, schlagen, treten, demütigen, vergewaltigen die Frau, die sie angeblich lieben. Nur selten gelangt dies an die Öffentlichkeit, weil Nachbarschaft, Verwandte und Bekannte wegschauen und die betroffenen Frauen schweigen: Aus Angst, aus Scham, weil sie sich verantwortlich fühlen, weil sie hoffen, dass er sich ändert.
Frauen in Gewaltbeziehungen
Die immer noch existierende Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen, sowie die Existenz gängiger Klischees und Vorurteile verschärfen die Situation zusätzlich.
Zu den Überlebensstrategien von Frauen in Gewaltbeziehungen gehört die Verharmlosung der Tat bzw. ihre Rechtfertigung und die Entschuldigung des Täters.
Sehr häufig wenden sich Frauen zunächst an uns, um sich unverbindlich über die Möglichkeiten einer Trennung/Scheidung zu informieren.
Erst im Laufe der Beratung wagen sie es, den Kreislauf von Angst, Scham und Schuldgefühlen zu durchbrechen und über die erlittenen Gewalttaten zu sprechen.
Bei der individuellen Unterstützung betroffener Frauen liegt der Fokus schwerpunktmäßig auf folgenden Aspekten:
- Information
- Entmystifizierung des Täters und der Lebenssituation
- Planung von Schutzmaßnahmen
- Entscheidungsfindung
- Wegbegleitung
Der Rahmen der Beratung wird durch die Selbstbestimmtheit der betroffenen Frau und die reale Gefährdungssituation gesetzt.
Zu uns kommen Frauen aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen:
- Frauen, die zwei Monate in Beziehung leben oder 50 Jahre verheiratet sind;
- Frauen, die keine oder mehrere Kinder haben;
- Frauen, die berufstätig sind oder Hausfrau, Studentin, selbständig, Rentnerin, arbeitslos oder Geringfügig-Beschäftigte;
- Frauen, die sich sofort von dem Gewalttäter getrennt haben oder die nicht wissen, ob sie es tun sollen.

